Generalstaatsanwalt
von
Niedersachsen im Kreuzverhör
Jürgen Dehn (rechts) im Interview mit Eberhard Schmah

Jürgen Dehn wurde in Wispenstein geboren. Nach Abitur in Alfeld und Ableistung des Wehrdienstes studierte er Jura in Hamburg und Göttingen. Heute ist er Generalstaatsanwalt den Landes Niedersachsen. Sein Werdegang ist in einem Artikel der Alfelder Zeitung beschrieben.

Neben Min. Thomas Oppermann und Lothar Rossol bat Eberhard Schmah auch den Generalstaatsanwalt Jürgen Dehn "ins Kreuzverhör". Dehn schilderte, dass er seine Karriere aus kleinen Verhältnissen heraus begonnen hatte. Eberhard Schmah sagte, er habe gelesen, dass Wispenstein früher Gerichtssitz war und dass ein heute als gering bewertetes Delikt wie Diebstahl schon ausreichte, um gehängt zu werden. Jürgen Dehn wies auf die Strafrechtspraxis in den USA hin, die schon bei dreimaligem mittelschwerem Diebstahl zu lebenslänglicher Inhaftierung führt. Auch Raubüberfall werde meistens mit "lebenslänglich" bestraft. Er halte das nicht für richtig und nicht vertretbar.

Jürgen Dehn berichtete, dass er seit 31 Jahren mit seiner Familie in Rotenburg/Wümme lebe. Sein Dienstort sei jedoch in Braunschweig.

Dehn gestand, dass auch er in seiner Jugend öfters ein Vergehen begangen habe, dass den Tatbestand des Mundraubs erfülle. Er sei mit seinen Spielkameraden auf Straßenbäume gestiegen, um dort Äpfel zu pflücken. Dann sei ein Fredener Ordnungshüter mit seiner NSU-Quickly angebraust gekommen und er hätte sich mit seinen Spielkameraden in einem nahegelegenen Kornfeld verstecken müssen. Rückblickend habe ihm das geholfen, Verständnis für kleine Täter mitzubringen.