1959 - Ortsverein hat 96 Mitglieder
Seine bisher stärkste Mitgliederzahl erreichte der Ortsverein im Jahr 1959. Die "Alfelder Zeitung" berichtet am 11.03.1959 über die Jahreshauptversammlung unter der Überschrift "32 neue Mitglieder im Roten Kreuz - segensreiche Tätigkeit der Ortsgruppe Wispenstein". Die Zahl der Mitglieder stieg damit auf insgesamt 96. Eine Zahl, die später nie mehr erreicht werden konnte. Gleichzeitig wechselte der Vorstand des Vereins. Anna Schomburg, die von der ersten Stunde an dabei war, legte nach 12 Jahren das Amt der 1. Vorsitzenden nieder. Sie war inzwischen 63 Jahre alt geworden und lebte seit einiger Zeit in Freden. Auch Gräfin Hardenberg zog sich aus dem Vorstand zurück. Neue 1. Vorsitzende war Hella Schneider, die Frau des ehemaligen Leiters der Dorfschule. Mit im Vorstandwaren Helene Dehn, Frieda Wecke, Frida Siegers und Hedwig Peter. Sie führten den nunmehr sehr groß gewordenen Verein in die 60er Jahre. Die Zeiten des Behelfs und der Improvisation waren vorbei. Systematisch wurden Ausbildung und Ausrüstung verbessert.

Mit Schwung in die 60er Jahre
Inzwischen war Deutschland im Wirtschaftwunder angekommen. Im Gegensatz zu heute gab es Arbeit für jeden. Durch den Arbeitskräftemangel wurden "Gastarbeiter" ins Land geholt, die halfen, den Wohlstand zu vermehren. Für diejenigen, die an dem allgemeinen Aufschwung nicht teilhaben konnten, hatte die Frau des ersten Bundespräsidenten das Müttergenesungswerk geschaffen. Es hatte zum Ziel, Müttern, die sich wegen ihrer sozialen Lage oder der vielen Kinder keinen Urlaub leisten konnten, Wochen der Erholung zu bieten. Dafür wurde vom Ortsverein auch in Wispenstein regelmäßig gesammelt und es kamen respektable Summen für die Unterstützung der Projekte zusammen. Kinder aus sozial schwachen Familien wurden Ferien im Rahmen der Kinderlandverschickung ermöglicht. Im Weserbergland gab es Heime, in denen die Kinder auch von Personal aus Wispenstein betreut wurden.

Die fachliche Ausbildung wurde jetzt durch den Kreisverband vorangetrieben. Viele der Mitglieder nahmen mit Begeisterung an den Helferlehrgängen teil. Die Ausbilder Dr. Steinborn, Bahrmann und Wiese erteilten den Unterricht. Nach 20 Doppelstunden fand die Abschlussprüfung statt. Nachdem sie an realistisch geschminkten "Unfallopfern" ihre Kenntnisse zeigen konnten, wurde ihnen das Helferabzeichen verliehen.

Rotekreuz-Helfer trugen damals graue Uniformen mit Kragenspiegeln. Die Helferinnen waren vom Kreisverband mit Trachten ausgestattet worden. Sie bestanden aus einem grau gestreiften Kleid mit weißer Schürze, der Rotekreuz-Haube und einer entsprechenden Brosche. Besonders die Damen sahen flott in ihrer Tracht aus. Die Helfer waren auf weite Entfernungen an ihrer Kleidung zu erkennen und konnten daher schnell gefunden werden, wenn man sie benötigte.