Name des Verfassers der Redaktion bekannt.
Er möchte jedoch nicht, dass man von ihm abrückt.

Es ist schon einige Tage her, als man im Bracken (Wohnungen der Landarbeiter vom Gutshof) noch ein- bis zweimal im Jahr die Fäkalgruben leerte und als Dünger auf die Felder verbrachte.

Ich mochte wohl so 7-8 Jahre alt gewesen sein, als mein Vater die Aufgabe hatte, die Gruben, die hinter den Stallungen waren, zu leeren und auf die Felder zu verbringen. Das Jauchefass zu füllen, war eine schweißtreibende Arbeit, denn es wurde noch mit der Hand gepumpt und geschah nicht wie heute mit einer elektrischen Förderanlage.

Als Junge hatte man oft Langeweile und man schaute mal hierhin und dorthin. Überall, wo sich etwas bewegte, da war man dabei. So auch an diesem für mich denkwürdigen Tag. Mich interessierte brennend ein Draht, der von der Deichsel aus, seitlich am Jauchefass vorbei, nach hinten zur Öffnung des Fasses führte. Dieser Draht wurde auf dem Feld durch den Gespannführer nach vorne gezogen. Dadurch leerte sich das Fass langsam während der Fahrt. Da kleine Jungs nun sehr neugierig sind, fummelte ich an diesem Fass herum und zog kräftig an dem Draht. Das hätte ich lieber bleiben lassen sollen und mir damit so manches erspart. Doch es war bereits zu spät, denn ein Schwall des Fassinhaltes ergoss sich über mich, und ich stand nun im wahrsten Sinne des Wortes besch.....  da.

Schnell lief ich durch die Gatze nach Hause. Hier erwartete mich meine Mutter. Sie sah und roch zugleich, was mir widerfahren war und bugsierte mich mit einer langen Wäschezange in die Waschküche, um mich mit einem scharfen Wasserstrahl aus dem eiskalten Schlauch halbwegs zu reinigen (es stank fürchterlich, handelte es sich doch um Exkremente).

Das Mütter so fluchen und schimpfen können, weiß ich seit dem Tag auch. So wie mich meine Mutter nannte, kann ich hier nicht wiedergeben, ich glaube es wäre nicht jugendfrei. Auf alle Fälle hat es meinem Teint offenbar nicht geschadet, denn ich habe bis heute eine rosige Haut. War ich doch auch ein rosiges Kerlchen.