Nachdem der in den vorigen Berichten angesprochene Personenkreis sich um einige ,, Ältere und Zugezogene,, erweitert hatte und jetzt in dem Alter war, wo man schon einmal in die Kneipe und ein Bierchen trinken durfte, traf man sich abends im "Gasthaus Zur Linde" bei Onkel ( W. Anhalt).

Dieser hatte einen Sohn, der einigen Späßen auch nicht abgeneigt war. So war es auch auf einem Sonntagabend. Wir steckten voller Tatendrang und bekamen zur fortgeschrittenen Stunde Hunger.

Da aber der Wirt schließen und uns nichts mehr zu essen geben wollte, wurde ein Plan ausgeheckt selbst etwas gegen den Hunger zu tun.

Gesagt, getan. Die Kneipe wurde geschlossen und wir zogen zwei Häuser weiter ins untere Dorf zu einem der auch dieser Runde angehörte und dessen Eltern im Urlaub waren.

Wir spielten dann Heinzelmännchen und begaben uns sofort an die Arbeit. Einige schalten und neben Kartoffeln, andere putzten Zwiebeln und andere wiederum kochten Pudding.

Da ja Kartoffelpuffer bekanntlich in Fett gebacken werden, musste Schmalz (vom letzten Schlachtfest ? ) her.

Wir wurden dann in einem Schrank fündig und das Backen konnte beginnen. Es war ein echter Gaumenschmaus und wir verließen - in entsprechendem Zustand - in den frühen Morgenstunden des Montags unseren Gastgeber, nicht ohne vorher versucht zu haben, alles ungeschehen zu hinterlassen.

Aber bereits am Montagabend machte es die Runde, dass fast alle - bis auf die magenunempfindlichen - seit dem Vormittag Probleme im Magen-Darm-Bereich hatten.

Als Ursache stellte sich später heraus, dass wir die falschen Gröppen (Tonkrüge) erwischt hatten, denn in diesem war ranziges Schmalz.

Das war die Strafe für unsere nächtliche Sause.

Heinz Riefling