Die Weihnachtsgeschichte beginnt mit: Es begab sich zu der Zeit, als Herodes...." und setzte sich fort, als unser allseits geliebter und geschätzter Konrad Schneider Lehrer in Wispenstein war.

Die damalige Schule hatte nur ein Klassenzimmer und da durch die Flüchtlingswelle aus den deutschen Ostgebieten viele dieser Menschen in Wispenstein blieben, waren dann so viele Kinder im schulpflichtigen Alter im Dorf, dass man gezwungen war, die Unterrichtsstunden auch auf den Nachmittag auszudehnen.. Somit war in der Schule Früh- und Nachmittagsschicht angesagt.

Der damalige Spieltrend war Kästchenhucken, Gummitwist und z.B. auch Murmeln. Die Murmelmeister hatten, um immer einsatzbereit zu sein, ihre Murmeln in kleinen Beutel ( Säckel) dabei.

Nun hatten wir wieder einmal Nachmittagsunterricht und waren - wie üblich -etwas früher auf dem Schulhof Vor dem Schulhof stand ein Apfelbaum der Straßenmeisterei, dessen Früchte wir gerne naschten, was aber - unter Androhung von Strafe - nicht nur durch unseren Lehrer verboten war. Das hinderte aber einige der Schüler nicht, trotzdem in den Baum zu klettern, denn:

Ärgernisse können nicht ausbleiben. Wehe aber dem, durch den sie kommen. Es wäre besser für ihn sich an meine Verbote zu halten als dass er Arger mit mir bekommt.,,

So lautete damals das Motto und der Ärger in Form einer Strafe folgte. So wurde einer dieser Übeltäter in den Schulgarten geschickt um für den folgenden Erdkundeunterricht einen Zeigestock aus dem Haselnussbusch zu schneiden ohne Ahnung, dass dieser Stock zweckentfremdet eingesetzt werden würde. Also mussten die 0. besagten Schüler sich über einen Stuhl beugen und bekamen die angedrohte Lektion auf den A... (achtern).

Beim 2. Versuch bei einem der Schüler, die Strafe zu vollziehen, wurde unser Lehrer inbrünstig mit dem Ausruf:
Nicht schlagen Herr Lehrer Schneider, mein Säckel, mein Säckel,, geschockt

Es ist keine Quizfrage, aber welches Säckel hat er wohl gemeint?

Heinz Riefling